Die Qual der Wahl bei Ledertaschen

Die heutige Modewelt verändert sich ständig, auch die passenden Accessoires dürfen da nicht fehlen. So sind auch bei der Herstellung von Taschen Material und Form keine Grenzen gesetzt. Dennoch wird zumeist noch immer die klassische Ledertasche bevorzugt.

Bei der Frage, ob diese aus Echtleder sein muss oder aus Kunstleder sein darf, scheiden sich die Geister. Es ist noch immer vor allem eine Frage des Preises, aber auch von Eigenschaft und Qualität.

Leder ist eines der ältesten, von Menschenhand weiter verarbeiteten Naturprodukte und wird durch das sogenannte Gerben, d.h. durch die chemische Stabilisierung des Hautgefüges von Tierhäuten mithilfe von Gerbstoffen (zumeist Mineralsalzen) hergestellt. Die natürliche Struktur der Fasern an der Oberfläche muss dabei weitestgehend unberührt bleiben. Bekanntlich ist echtes Leder die teurere Variante und zeichnet sich durch viele unschlagbare Eigenschaften wie Haltbarkeit, Reißfestigkeit, Atmungsaktivität und gute Resistenz gegenüber Feuchtigkeit aus. Die letztendliche Qualität der verschiedenen Tierledersorten wird einerseits durch Bewertung der Dichte und Strapazierfähigkeit festgestellt, andererseits spielen auch die Resistenz auf Umwelteinflüsse wie Wasser, Luft und Licht eine Rolle. So kann z. B. die innere Oberfläche eines einzigen Grammes Leder durch seine stark vernetzte Faserstruktur bis zu 300m² groß sein. Ein anderer, schwer messbarer Faktor ist unsere eher subjektive Empfindung: Echtes Leder fühlt sich meist weicher und angenehmer an. Auch der typische Ledergeruch kann auf echtes Leder hinweisen, obwohl dieser auch künstlich nachgeahmt werden kann.

Man unterscheidet bei den Echtledern zwischen unzähligen Lederarten, je nach Herkunft oder Verarbeitung. Taschen werden meist aus Boxcalf hergestellt, einem Kalbsleder. Daneben finden sich Krokodil- und Schlangenleder, beide haben jedoch ihren Preis. Noch immer am häufigsten wird bei der Herstellung von Lederprodukten das klassische Rindsleder benutzt, da dieses ohnehin bei der Nahrungsmittelherstellung als Abfallprodukt anfällt. Darüberhinaus entstehen große Stücke und Rindsleder ist sehr strapazierfähig.

Bei künstlich hergestelltem Leder wird ein Textilgewebe mit einer Beschichtung aus PVC oder Polyurethan versehen. Die Oberfläche wird der typischen vernarbten Struktur von echtem Leder angepasst, daher der Name "Lederimitat". Der klare Vorteil des Kunstleders gegenüber Echtleder ist hier, dass bei der Produktion von Gegenständen aus dem Naturprodukt häufig großer Schnittabfall entsteht, da die natürlich gewachsene Oberfläche unbrauchbare Stellen aufweist. Kunstleder hat eine homogene, maschinell erzeugte Oberseite, der allerdings auch der Charme der natürlichen Lederstruktur mit ihren Unebenheiten fehlt. Dennoch ist es den Herstellern gelungen, die Optik des Echtleders annähernd nachzuempfinden. Übrigens kann auch Naturleder mit Kunststoff beschichtet sein (sogenanntes Lackleder), allerdings darf die Schicht nicht mehr als 0,15 mm betragen.

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